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Hochfrequente analytische Therapien von wöchentlich vier oder fünf Sitzungen sind seit Anfang 1993 von der kassenärztlichen Versorgung ausgeschlossen. Die Kontroverse um Frequenz und Dauer analytischer Psychotherapien, in der die Wirksamkeit kontinuierlich hochfrequenter und langfristiger im Vergleich zu niederfrequenten analytischen Psychotherapien diskutiert wird, hat in der Psyche in Form einer kritischen Glosse (Kaiser, Heft 9/1993) sowie eines Rezensionsessays (Trimborn, Heft 11/1993) ihren Niederschlag gefunden. Thomä wendet sich gegen eine starre Festlegung des therapeutischen Behandlungsrahmens, der Hochfrequenz und Langfristigkeit zur Bedingung macht. Er plädiert für eine »adaptive« Indikationsstellung und kritisiert vor allem die Ausbildungsrichtlinien, die Frequenz und auch die Dauer analytischer Psychotherapien am Beginn festlegen. Katamnestische Untersuchungen widersprächen der Auffassung, daß es aufgrund diagnostischer Beurteilung möglich sei, eine differentielle und »selektive« Indikation innerhalb des weiten Feldes analytischer Psychotherapien zu treffen. Bei der Optimierung des Verhältnisses von Frequenz und Dauer auf Verlauf und Ergebnis einer Analyse sei besonders zu berücksichtigen, daß seelische Veränderungen ihre Zeit brauchen.