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Die Veröffentlichung von Georg Groddecks Roman Der Seelensucher im Internationalen Psychoanalytischen Verlag (1921) löste bei den Mitgliedern des Geheimen Komitees Irritationen und zwischen ihnen eine Kontroverse aus, wie die bisher unveröffentlichten Rundbriefe der Komitee-Mitglieder dokumentieren. Anhand dieser Dokumente rekonstruiert der Autor den Verlauf und die schließliche Beilegung des Streits um den Roman von Groddeck. Dabei geht es ihm nicht so sehr um die Aufklärung einer Episode aus der Frühgeschichte der Psychoanalyse als vielmehr darum, anhand dieser Episode zu demonstrieren, wie die diskursiven Mechanismen beschaffen waren, die Freud zum Schutz des Kerns seiner Lehre einführte. Bos kommt zu dem Schluß, daß es vor allem institutionelle Abwehrmechanismen waren, welche im Sinne einer Beherrschungsstrategie die Produktion des psychoanalytischen Diskurses zwischen den Komitee-Mitgliedern bestimmten. für die Gegenwart leitet sich daraus die Frage ab, inwieweit die psychoanalytischen Vereine und Institutionen derartige Diskursstrategien gegenüber Abweichlern und Außenseitern einsetzen.