You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Rund hundert Jahre nach der Geburt der Psychoanalyse aus dem Geist einer zwar skeptisch, aber nicht resignativ gewordenen Aufklärung, die sich ihrer Grenzen selbstreflexiv bewußt geworden ist, durchläuft die Wissenschaft vom Unbewußten die Phase einer »geradezu stürmischen Historisierung bzw. Selbsthistorisierung« - so Ilse Grubrich-Simitis in ihrem jüngsten Buch (S. 20), das man als starkes Plädoyer gegen die Tendenz zur rückblickenden Selbstvergewisserung und historisierenden Einordnung des Fachs lesen muß.
Es ist nicht leicht, die Gründe dafür namhaft zu machen, daß es in den letzten zehn, 15 Jahren zu einer Flut psychoanalytischer Publikationen gekommen ist, die sich mit den unterschiedlichsten Aspekten der Geschichte der Psychoanalyse, nicht zuletzt mit der Biographie ihres Begründers beschäftigen. Eher vorsichtig deutet Grubrich-Simitis an, was aus ihrer Sicht einen solchen Trend begünstigt