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Am Ende stand der »Muselmann«. Die Herkunft der Bezeichnung, die vor allem in Auschwitz in Gebrauch war, ist nicht eindeutig geklärt, im Kontext der gegenwärtigen politischen Situation kann sie eher tragisch-ironisch anmuten. Seinerzeit sollte sie an den Fatalismus von Muslimen, vielleicht auch an das rudernde Auf und Ab des Oberkörpers bei islamischen Gebetsritualen erinnern. Primo Levi hat die »Muselmänner« in seinem großen autobiographischen Bericht Ist das ein Mensch? beschrieben: »Ihr Leben ist kurz, doch ihre Zahl ist unendlich. Sie, die… Verlorenen, sind der Nerv des Lagers: sie, die anonyme, die stets erneuerte und immer identische Masse schweigend marschierender und sich abschuftender Nichtmenschen, in denen der göttliche Funke erloschen ist, und die schon zu ausgehöhlt sind, um wirklich zu leiden. Man zögert, sie als Lebende zu bezeichnen; man zögert, ihren Tod, vor dem sie nicht erschrecken, als Tod zu bezeichnen, weil sie zu müde sind, ihn zu fassen.«
Wolfgang Sofkys Buch Die Ordnung des Terrors greift Levis Beschreibung auf, um am »Muselmann« die »anthropologische Bedeutung« jener absoluten terroristischen Macht zu zeigen, als deren Wirklichkeit er das Konzentrationslager begreift: »Der Muselmann ist der zerstörte Mensch zwischen Leben und Tod.« Er ist kein Subjekt mehr, geschweige denn noch ein Individuum. Vergangenheit und Zukunft, Erinnerung und Hoffnung, jedes distanzierte Bewußtsein ist ihm so vollständig abhandengekommen, daß er nur noch in der nichtigen Gegenwart seines unter das animalische Minimum Körpers lebt. Er ist seiner selbst nicht mehr mächtig. Urin und Kot rinnen an ihm herunter. Sein skelettierter Leib ist eine Brutstätte von Ungeziefer und Seuchen. Die Grenze zwischen Nahrung und Abfall ist für ihn aufgehoben. Wahrnehmung besteht nur noch rudimentär. Er ist so vollständig apathisch, daß er nicht einmal mehr auf brutale körperliche Mißhandlungen reagieren kann. Von ihm ist buchstäblich nur noch nichts zu erwarten. für sich selber wie fü