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Bereits vor Freud stellten Denker des 18. und 19. Jahrhunderts Mutmaßungen über das Unbewußte an. Zu ihnen zählt der Literat und Psychologe Karl Philipp Moritz, ideengeschichtlich am Ende der deutschen Aufklärung und im Sturm und Drang situiert, dessen Bedeutung als Theoretiker des Unbewußten in der psychoanalytischen Wissenschaftsgeschichtsschreibung bisher wenig Beachtung fand. Der Autor zeigt auf, daß der Begriff und eine - wenn auch fragmentarische und widersprüchliche - Konzeption des Es auf Moritz zurückgeht: Dieser versteht das »es« als eine unheimliche Macht, dessen »Thatkraft«, Essenz der Natur, das Ich des handelnden Subjekts oft überwältigt. Die Moritzsche Konzeption zweier entgegengesetzter Triebkräfte, eines Zusammenhangstriebes und eines Aufläsungstriebes, ist dem Freudschen Triebdualismus von Lebens- und Todestrieben verwandt und weist Moritz als einen Denker zwischen Aufklärung und Gegenaufklärung aus, der Grundmomente irrationalistischer Weltanschauungen des späten 19. Jahrhunderts vorwegnimmt.