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Als Aserinsky, Kleitman und Jouvet vor vierzig Jahren die physiologischen Parameter für die Bestimmung der REM-Schlafphasen entdeckten, schufen sie eine entscheidende Voraussetzung für eine neue, eindringliche und systematische Erforschung von Schlaf und Traum. Traum und Traumleben lagen in Laboratorien nun, anders als fräher, offener zutage, weil sie mit Hilfe polygrafisch registrier-barer Daten dem Vergessen besser entrissen werden konnten. Es wäre jedoch ein Mißverständnis zu glauben, daß unser Wissen speziell vom Traum wesentlich durch Neurophysiologen vorangebracht worden wäre. Auf die Erfassung von spezifischen elektrophysiologischen Wellensalaten beim Träumen erpicht, neigten sie dazu, die begleitenden physiologischen Ereignisse vorschnell zur deren Wesen zu machen. Erst als Traumforscher wie Foulkes und Strauch - genau wie Freud 1891 in Bezug auf aphasische Störungen - diesen Reduktionismus in Frage stellten und als erklärungsunfähige, das Verstehen behindernde Vorannahme abwiesen, gaben sie dem Traum seinen psychischen Eigenwert zurück. Neue Forschergruppierungen, deren professionelle Identität - wie Haskell es formulierte - sich eher am Forschungsobjekt und nicht so sehr an einer speziellen Disziplin oder Methode festmacht, konnten nun den Traum wieder als explizit seelisches Ereignis genauer unter die Lupe nehmen. Dies führte in den USA u. a. zur Gründung der »Association for the Study of Dreams«.
Wichtigste Wegbereiterin dieser neuen Traumpsychologie in Europa ist Inge Strauch in Zürich, die sich speziell der experimentellen Traumlabor-Forschung zugewandt hat. Die Ergebnisse ihrer langjährigen, fruchtbaren Arbeit hat sie jetzt, zusammen mit ihrer Mitarbeiterin Barbara Meier, in einem Buch veröffentlicht. Es enthält eine sorgfältige Darstellung der wichtigsten neuen Erkenntnisse über Traum und Traumprozesse. Es ist ein Standardwerk für das Studium und eine in Zukunft unumgängliche Grundlage für jede wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Traum, auch für P