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Das Phänomen der erotischen Übertragung in Analysen gilt als allgemein; seine Ausdrucksweisen freilich sind vielfältig. Während nach Persons Beobachtung Frauen häufig dazu neigen, die erotische Übertragung als Widerstand zu benutzen, tendieren Männer eher dahin, das Bewußtsein dieser Übertragung zu bekämpfen. Solcher Unterschied läßt sich nach Ansicht der Autorin darauf zurückführen, daß sowohl die äußeren wie die inneren Realitäten bei Frauen und Männern starke Differenzen aufweisen. Frauen erlangen ihre Identität als Frau kraft bestimmter Beziehungen, die sie im Sinne der Liebe aufbauen und hegen. Männer hingegen finden ihre Identität als Mann eher über Leistung und Autonomie und lehnen deshalb Bindungen und Abhängigkeiten ab. Diese unterschiedlichen Einstellungen und identitätsbewahrenden Haltungen bilden sich in den jeweiligen erotischen Übertragungen ab.