You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In der von Christa Rohde-Dachser und Wolfgang Mertens im Springer-Verlag herausgegebenen Reihe Psychoanalyse der Geschlechterdifferenz ist unter dem Titel Psychoanalyse der Frau jenseits von Freud ein Band erschienen, in dem sich Frauen mit der Geschichte der Psychoanalyse, der Geschichte der Weiblichkeit und der Beschreibung der weiblichen Entwicklung innerhalb der psychoanalytischen Theoriebildung auseinandersetzen. Sie gehen dabei von der Vorstellung aus, daß die Psychoanalyse eine von Sigmund Freud, also einem Mann, kreierte Wissenschaft ist und von daher männliche Phantasien widerspiegelt, so wie dies seit Jahrtausenden auch für die Geschichtsschreibung, Literatur und Philosophie der Fall ist. Insbesondere gilt dies für die Beschreibung der Frau.
Judith Alpert, die Herausgeberin des (1986 in USA erschienen) Bandes, hebt in ihrer Einführung die Fragestellungen hervor, um die es den Autorinnen - fast alles Psychoanalytikerinnen - vor allem geht: 1. Welche Begriffe verwendet die traditionelle Psychoanalyse bei der Beschreibung der Frau? Wo stoßen diese Begriffe an ihre Grenzen? 2. Was wissen wir heute von der Entwicklung der Frau, das die Freudsche Theorie erweitert oder auch ganz andere Akzente setzt? 3. Eröffnet eine veränderte Sicht auf die Entwicklung der Frau auch ein anderes psychoanalytisches Verständnis für die psychischen Schwierigkeiten von Frauen? 4. Welche Implikationen ergeben sich daraus für die psychotherapeutische Behandlung?
Es sind diese Fragen, die auch die Einteilung des Bandes bestimmen. Er ist in vier Abschnitte mit jeweils drei Aufsätzen unterteilt. Im ersten Abschnitt geht es um die Darstellung des Konflikts um Freuds Weiblichkeitstheorie und Ansätze zu einer neuen Psychoanalyse der Weiblichkeit. Im zweiten Abschnitt kommen einzelne Aspekte einer solchen »weiblichen« Psychoanalyse zur Sprache. Der dritte Teil befaßt sich mit den typischen Schwierigkeiten weiblicher Patienten, insbesondere im Umgang mit Autonomie. Im vierten Abschnitt werden v