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In diesem Buch vermittelt Friedman einen Überblick über die aus den verschiedensten Gebieten der Humanwissenschaften stammenden Theorien zum Thema der männlichen Homosexualität und entwickelt aufgrund theoretischer Überlegungen und therapeutischer Erfahrungen einen eigenen integrativen psychoanalytischen Ansatz. Der Wert dieses Werkes liegt vor allem darin, daß hier eine ausführliche, sorgfältige Auseinandersetzung mit der einschlägigen psychoanalytischen Literatur stattfindet und zugleich andere Wissensgebiete miteinbezogen sind wie die biologische Forschung, psychopathologische Aspekte, familiendynamische Ansätze und entwicklungspsychologische Überlegungen. Dadurch wird dieses Buch zu einer wahren Fundgrube für das weiterführende Literaturstudium und für all jene Leser, die sich in ein bestimmtes Gebiet tiefer einarbeiten wollen. Gerade weil der Autor bestrebt ist, möglichst umfassend zu informieren und nicht eine in sich stimmige »glatte« Theorie zu entwickeln, sieht sich der Leser immer wieder auch mit Widersprüchen und nicht ohne weiteres miteinander zu vereinbarenden Resultaten konfrontiert. Diese mitunter irritierende Erfahrung ist jedoch insofern fruchtbar, als sie zum einen den aktuellen Forschungsstand mit etlichen divergierenden Resultaten recht genau abbildet und damit auf auf die nach wie vor ungeklärten Aspekte in Theorie und Praxis hinweist. Zum anderen fordert dieses Vorgehen den Leser aber auch zu einer eigenen aktiven Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität heraus. Auch wenn Friedman im letzten Kapitel seines Buches den Versuch unternimmt, einen eigenen Entwurf zum psychoanalytischen Verständnis männlicher Homosexualität zu formulieren, ist dies nicht eine abgerundete, die verschiedenen Forschungsresultate in sich integrierende umfassende Theorie, sondern läßt wie alles andere, das in diesem Buch dargelegt wird, viele Fragen offen beziehungsweise macht erst auf solche aufmerksam. Dies ist indes kein Manko des Werkes, sondern nach Ansicht de