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Abweichend von der vorherrschenden Praxis, die der psychoanalytischen Filmtheorie alles subsumiert, was im weitesten Sinne dem theoretischen Ansatz der Psychoanalyse verpflichtet ist, spricht die Autorin nur dann von psychoanalytischer Filmtheorie, wenn diese von der Freudschen Version der Psychoanalyse ausgeht und wenn sie von Psychoanalytikern selber formuliert wird. Zeul rekonstruiert die Geschichte der psychoanalytischen Filmtheorie von ihren Anfängen bis heute und weist nach, daß die Mehrzahl jener Autoren, die sich dem Thema Psychoanalyse und Film gewidmet haben, Filme vorwiegend inhaltlich interpretiert, indem sie sich ihnen triebtheoretisch und narzißmustheoretisch nähert. Demgegenüber macht die Autorin geltend, daß der symbolische Reichtum eines Films nur dann erschlossen werden kann, wenn man seine formale und ästhetische Struktur ernstnimmt und die Eigenständigkeit der laufenden Bilder anerkennt. Der Gegensatz von inhaltlicher und formaler Film-Interpretation erinnert in gewisser Weise an die sog. Realismus-Debatte der dreißiger und vierziger Jahre, deren Protagonisten Georg Lukacs und Bertolt Brecht waren.