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Der »zweite Holocaust« ist ein Phänomen, das nach den Beobachtungen der Autoren sowohl in der ersten als auch in der zweiten Generation anzutreffen ist. Der dramatische Begriff will den Sachverhalt fassen, daß die Verwüstungen des realen Holocaust von den Überlebenden und ihren Kindern im späteren Leben reinszeniert und unbewußt wiederholt werden, was nicht nur den Inhalt, sondern auch den Stil des Traumas betrifft. Am Beispiel mehrerer Fallvignetten zeigen die Autoren, als wie unausweichlich und absolut der Schatten der Vernichtung von den Betroffenen erlebt wird und wie sie in diesem Schatten überleben. Aus therapeutischer Sicht scheint es sinnvoll, dem Einbruch und den Auswirkungen des »zweiten Holocaust« dadurch zu begegnen, daß die Seite des Lebens, als Widerpart zum Wiederholungszwang, aktiv besetzt wird: Das permanent bedrohte Leben muß selber zum Motor der Negation des Todes werden.