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Die Verfolgung der Juden durch den Nationalsozialismus ist für die überlebenden Opfer eine Extremtraumatisierung, die mit keinem anderen traumatisierenden Ereignis — etwa einer schweren Naturkatastrophe — auf eine Stufe gestellt werden kann. Insbesondere Adoleszente, die in die Maschinerie der Verfolgung gerieten und von der Autorin interviewt worden sind, erfuhren psychische Läsionen, deren verheerende Konsequenzen mit den herkömmlichen psychoanalytischen Traumatheorien kaum zu fassen sind. Ist schon der innere Ablösungsprozeß des Pubertären von den elterlichen Liebesobjekten schwierig genug, so steigert die äußere Realität der Verfolgungssituation die Bedrohung der physischen und psychischen Integrität ins Unermeßliche. Wie andere Autoren, wobei sie sich vor allem an Keilsons Konzept der sequentiellen Traumatisierung anlehnt, betont Gäßler den generationenübergreifenden Aspekt von Extremtraumatisierung.