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Ähnlich dem Künstler, der seine eigene Vision der Wirklichkeit abbildet, läßt sich der Psychoanalytiker von einer bestimmten Vision der psychischen Wirklichkeit leiten. Am Fallbeispiel eines aus Bergen-Belsen zurückgekehrten Waisenjungen zeigt der Autor den schwierigen Prozeß auf, sich in dessen durch die Jahre im Konzentrationslager geprägte Vision der Wirklichkeit, in die das menschliche Vorstellungsvermögen überschreitende Welt des Konzentrationslagers, allmählich einzufühlen. Nach einer langen Schweigephase, in der sich eine Vertrauensbeziehung herstellen konnte, gelang es dem Jungen, für sein unsägliches Erleben, das wortlose Nicht-Ruhen im Unbewußten, endlich eine Sprache zu finden: Das Wort Bergen-Belsen war aussprechbar geworden.