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Es ist von einer, wie Rezensent plausibel zu machen hofft, glücklichen Koinzidenz zu berichten, nämlich dem Erscheinen bzw. Neuerscheinen zweier Sammelbände zum Antisemitismus. Allerdings ist ihr eigentlicher Entstehungszeitpunkt — und allein darauf bezieht sich das Epitheton glücklich — durch den Zeitraum von zwei Generationen, d. h. fünfzig Jahren, voneinander getrennt. Das fordert zum Vergleich heraus, der ähnliche äußere Merkmale sofort hervortreten läßt: Beide Sammelbände dokumentieren wissenschaftliche Symposien, in denen Vertreter unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen fächerübergreifend zusammenwirken. Gleichzeitig räumen beide Veranstaltungen der Psychoanalyse einen offenbar in der Natur der Sache liegenden zentralen Stellenwert ein, ohne sie allerdings in dieser Rolle für sakrosankt zu erklären oder sich gar auf einen durch sie vorgezeichneten Ansatz einigen zu können. Es handelt sich zum einen um den damit endlich in deutscher Übersetzung erschienenen, inzwischen als legendär zu bezeichnenden Sammelband Anti-Semitism. A Social Disease , der von Ernst Simmel herausgegeben wurde und ein »Psychiatrisches Symposion zum Antisemitismus« dokumentiert, das im Juni 1944 in San Francisco stattfand (S. 15). Der andere, von Werner Bohleber und John S. Kafka herausgegebene Sammelband, ebenfalls mit dem Titel Antisemitismus, dokumentiert ein Breuninger-Kolleg, das unter namhafter internationaler Beteiligung im April 1991 in Stuttgart stattfand. Ein vergleichbares Vorhaben war wohl nur noch, worauf Bohleber in seiner Einleitung hinweist (S. 14), das Symposion »Die psychologischen und sozialen Voraussetzungen des Antisemitismus — Analyse der Dynamik eines Vorurteils«, das im Mai 1962 in Wiesbaden als öffentliche Veranstaltung des IV. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Psychotherapie und Tiefenpsychologie