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Die kleine minuziöse Studie, die die Verfasser im Gefolge ihres Vokabulars der Psychoanalyse und in Auseinandersetzung mit Lacan in den sechziger Jahren erstmals veröffentlichten, ist ihrer Ansicht zufolge nach wie vor aktuell, und nach der Lektüre kann man dies nur bestätigen. Diese Exegese eines zentralen Freudschen Begriffs, der Phantasie als des »psychoanalytische(n) Objekt(es) schlechthin«, rührt an epistemologische Grundprobleme einer Theorie, die das Subjektive zu ihrem Objekt macht. Folgt man dem Gedankengang der Autoren, so lösen sich vermeintliche Aporien; hypostasierte Theoreme, auf denen Schulen gründen, werden wieder flüssig.
Die Studie untersucht den Begriff Phantasie und andere von Freud verwendete Begriffe aus dem gleichen semantischen Feld seit den Studien über Hysterie, die spätere, zum Teil modifizierte Verwendung dieser Begriffe in Freuds Werk sowie deren Erklärungsund Definitionsbedürftigkeit im jeweiligen Kontext wie etwa die Äquivalenz von »Phantasie« und »Tagtraum« z. B. in der Gradiva. Die Autoren werten -die Ambiguität des Begriffes gerade hier gestattet dies - die Phantasie als den privilegierten Punkt, an dem sich die Verdrängung als topisches Problem in actu studieren läßt.
Die Autoren machen aus ihrer Inspiration durch Lacan keinen Hehl, und auch dem Leser wird die beständige Auseinandersetzung mit diesem Meister oft überdeutlich. Indessen weigern sich Laplanche und Pontalis, »eine einfache Fahrkarte zum Ziel Lacan zu lösen«, ihr Programm ist ein »eigener Weg »zurück zu Freud««. So ist ihnen Sprache nicht (nur) Verbalisierung, sondern vor allem zunächst Syntax ohne Worte. Sie sehen in der psychischen Realität - sowie Freud diesen Begriff in der Traumdeutung einführt - den »heterogenen Kern« alles Subjektiven. Die Urphantasien sind dessen quasi mythische, präsubjektive Struktur, szenisches »Organisationsprinzip« des Imaginären. Sie sind zugleich »Sätze« nach dem Muster Subjekt-Verb - Objekt, Sätze allerdings, in denen sich das Subjekt (noc