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Seit Argelander (1970) wissen wir: Das psychoanalytische Gespräch gestaltet
sich als Szene. Diese Szene liegt aber nicht als Drehbuch fest. Die Rollen und die »Bühne«, auf der sich die Beziehung abspielt, müssen erst im Gesprächsverlauf erzeugt werden. Diese Produktionsprozesse ins analytische Bewußtsein zu heben, ist wichtig, weil sie den Hintergrund bilden, vor dem das Ausdrückliche seine Bedeutung gewinnt.
Wilke stellt eine Methode vor, mit der sich die Bildung dieses Hintergrunds erfassen läßt. Es handelt sich um einen qualitativen Forschungsansatz, welcher auf der Basis der amerikanischen Konversationsanalyse (H. Sacks, E. Schegloff) und amerikanischen Soziologie (u. a. auch der Ethnomethodologie: A. Cicourel, H. Garfinkel), Erkenntnisse der »grounded theory« von Barney Glaser und Anselm Strauss auf das Erstgespräch anwendet. Wilke zeigt, daß die Grundsätze dieses Verfahrens, wie das Involviertsein des Forschers in den Erkenntnisprozeß (S. 330 ff.), als methodische Übersetzungen der gleichschwebenden Aufmerksamkeit aufgefaßt werden können und sich daher eignen, die Offenheit des analytischen Dialogs abzubilden.
Bei diesem Dialog läßt sich eine formale Seite (Konversationsanalyse, z. B. wer läßt wann und wie den anderen zu Wort kommen) von den darin verhandelten Inhalten (Inhaltsanalyse) unterscheiden. Wilke entwickelt fünf Kategorien (Etikett, Problembezogene Selbstdarstellung, Krisensignal, Steigerung und Kommentar), mit denen sich erfassen läßt, wie bestimmte Inhalte, die das Erstinterview kennzeichnen, in den Gesprächsverlauf eingebracht werden, wie sie ihn steuern und durch ihn wiederum weitergebildet werden. Dabei zeigt sich, daß schon die ersten Schritte des Erstgesprächs einem bestimmten Interaktionsmuster folgen, in dem sich zeigt, ob die Partner eine »gemeinsame Sprache« mit »gemeinsamen Themen« aushandeln können. Dieser »Aushandlungsprozeß« ist nicht nur aufschlußreich für das in ihm Gesagte. Die Weise, wie Patient und Therapeut etwa eine gemeinsame K