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Das Verhältnis von Zeitgeist und psychoanalytischer Theoriebildung läßt sich anhand eines Symptomwandels von der Neurose zur Psychose verdeutlichen. Freud war, so der Autor, in zweifacher Hinsicht ein ödipaler Denker: einmal als Psychologe des Vaterkomplexes, zum andern als Gelehrter einer dem neunzehnten Jahrhundert verhafteten posivistischen Wissenschaftstradition, die zwischen Subjekt und Objekt, Halluzination und Wahrnehmung unterscheiden zu können für sich beanspruchte. Die seit Beginn des Ersten Weltkrieges feststellbaren präödipalnarzißtischen Störungen lassen auf einen Zeitgeist schließen, der die archaischen Dimensionen der Seele, eine Verschmelzung von Subjekt und Objekt, zunehmend toleriert. Die Schwierigkeit der Aufgabe, klassische und postklassische psychoanalytische Theorie in Einklang zu bringen, liegt dem Autor zufolge vor allem darin, Vorstellungen vom bürgerlichen Individuum, Konzepte wie die der Objektvität, Normalität, Autonomie und Individuation neu zu überdenken.