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Auch wissenschaftliche Debatten scheinen einem Wiederholungszwang zu unterliegen; der jetzt vorliegende Fall ist die Psychoanalyse auf dem Prüfstand?, in dem Wolfgang Mertens sich herausgefordert sieht, sich mit Grawes Angriff (Grawe et al., 1994) auf die Psychoanalyse auseinandersetzen zu müssen. Über 40 Jahre vorher war es nämlich H.-J. Eysenck, der 1952 mit Hilfe von ihm zusammengesuchter empirischer Studien glaubte, den Nachweis erbracht zu haben, daß die psychoanalytische Therapie nicht mehr leiste als sowieso in einer Spontanremission zu erwarten sei. Viele kluge analytische Köpfe konnten Eysenck schließlich Datenmanipulation und Denkfehler nachweisen — was letztlich übrig blieb, war Eysencks ideologischer Kampf gegen die Psychoanalyse, der im Gewande der exakten empiristischen Wissenschaften daherkam. Jetzt hat Klaus Grawe weit mehr Daten aufgeboten als Eysenck: 897 Arbeiten zur Psychotherapieforschung gingen in eine Metaanalyse ein, um nachzuweisen, daß seine eigene Therapierichtung mit Abstand die beste ist, gefolgt von der Gesprächstherapie und der psychoanalytischen Therapie.
Wenn Focus schreibt: »Das Imperium schlägt zurück«, so ist damit u.a. auch Wolfgang Mertens' Buch gemeint, und es wird deutlich, heute läßt sich so eine wissenschaftliche Kontroverse angesichts der Gesundheitsreform und des neuen Psychotherapeutengesetzes gut vermarkten; beim Stern durfte Grawe gut drapiert auf einem roten Sofa für seine wissenschaftlichen Aussagen Modell sitzen. Über Eysenck hat man es schon gesagt (z.B. Horst Kächele), über Grawe könnte man es zynischerweise noch sagen: Trotz ideologiegeleiteter Polemik hat er bewirkt, daß die Psychoanalytiker über sich und ihren eigenen wissenschaftlichen Ansatz nachdenken müssen und sich nicht zurücklehnen dürfen, was sie allerdings auch gar nicht vorhaben, denn z.B. auf der letzten Arbeitstagung der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung in Wiesbaden, November 1994, beschäftigten sie sich mit diesem Thema.
Mertens ist vorweg hoc