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Auf der Basis einer erweiterten Quellenlage rekonstruiert der Autor die Voraussetzungen und Umstände, die im Jahre 1912 zur Gründung dessen führte, was in der Freud-Literatur als »Geheimes Komitee« Karriere gemacht hat. Schröters soziologischer Blick erlaubt es, die Mechanismen durchsichtig zu machen, die es Freud in dem schwelenden Konflikt mit Jung ermöglichten, eine »Palastrevolution« zu inszenieren, die dazu führte, daß der Inhaber der institutionellen Macht - Jung als Präsident der IPV und als Redakteur des Jahrbuchs für psychoanalytische und psychopathologische Forschungen - von der Wiener Gruppe um Freud entthront wurde und letztere als informelles geheimes Gremium, das für das Interesse Freuds an der Uberlebensfähigkeit seines Werkes stand, die Macht an sich zog, ohne daß Freud selber und direkt »regieren« mußte. Zugleich zeigt der Autor, daß die Differenzen zwischen Wien und Zürich auch aus den jeweiligen lokalen und historischen Besonderheiten zu verstehen sind: Repräsentierten Freud und Wien ein monarchisches Verständnis von Macht, in dem diese zwar delegiert, aber nicht abgegeben und geteilt wird, so repräsentierten Jung und Zürich ein bürgerlich-liberales Machtverständnis demokratischer Prägung, welches sich einer alten stadtrepublikanischen Schweizer Tradition verdankt.