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Der Bedeutung und Handhabung einer schweren körperlichen Erkrankung im Laufe einer psychoanalytischen Behandlung, ein in der psychoanalytischen Literatur kaum bearbeitetes Feld, nähert sich der Autor unter dem Aspekt von Übertragung und Gegenübertragung sowie der Unterscheidung von Selbst und Körperselbst. Rodewig geht davon aus, daß die Erkrankung im Sinne eines kranken Körpers Objektcharakter haben und zum dritten Objekt werden kann. Aufgrund der bedrohlichen körperlichen Krankheit greift das Ich zu Abwehrmechanismen der Spaltung und der getrennten projektiven Identifikation von positiven und negativen Objekt- und Selbstanteilen, wobei die omnipotenten, idealisierenden Wünsche auf den Therapeuten, die negativen Wünsche auf den eigenen kranken Körper projiziert werden. In einer späteren Phase der Entidealisierung des Therapeuten wird dieser mit der Krankheit identifiziert, so daß die Krankheit zwischen Analytiker und Patienten hin- und hergeschoben wird. Die größte technische Schwierigkeit für den Analytiker besteht darin, eigene Krankheits- und Todesängste nicht auf den Patienten zu projizieren, um sie dort zu bekämpfen, sondern sie bei sich zu bearbeiten und sie entschärft an den Patienten zurückzugeben. Anhand kurzer Fallvignetten werden die unterschiedlichen Facetten dieser Problematik konkretisiert.