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Seit Jahren bemühen sich Lotte Köhler bzw. die René-Spitz-Gesellschaft zur Förderung der Psychoanalyse durch die Unterstützung von Veröffentlichungen und die Ausrichtung von Tagungen darum, die vielerorts beklagte Stagnation innerhalb der Psychoanalyse durch die Ermunterung zu interdisziplinärem Austausch und die Rezeption außeranalytischer Befunde aufzubrechen. Wo die Psychoanalyse im deutschen Sprachraum noch immer weitgehend eine »splendid isolation« praktiziert, was die Rezeption außeranalytischer Befunde anbelangt, wobei traditionell methodologische Vorbehalte dominieren (namhafte Ausnahmen sind u. a. Rainer Krause und Ulrich Moser bzw. die Gruppe um Marianne Leuzinger-Bohleber), sind die respektiven Berührungsängste und Animositäten im angelsächsischen Sprachraum, und dort insbesondere in den USA, viel geringer. Diese Affinität zum interdisziplinären »cross-over« ist zum einen sicherlich in der pragmatischen Denktradition begründet, welche sich um die notorischen Demarkationslinien zwischen Geistes- und Naturwissenschaften vergleichsweise weniger kümmerte, zum anderen darin, daß die Psychoanalyse in den USA nicht über die finanziellen Nischen verfügt, deren wir uns seit etlichen Jahren erfreuen. Schließlich sind die Berührungspunkte zwischen Psychoanalyse und empirischer Forschung in den USA an Universitäten, Kliniken und Forschungseinrichtungen in ganz anderer Weise gegeben als hierzulande, so daß dieser offene Wettbewerb der Lehrmeinungen auch stark in die psychoanalytischen Ausbildungsinstitute hineinwirkt.
Der Import außeranalytischer Forschungsbefunde in die Psychoanalyse ist Ausdruck dafür, daß die Krise der Psychoanalyse mit inneranalytischen Mitteln nur unzulänglich bewältigt werden kann, d. h. daß in dieser Hinsicht das Vertrauen in die regenerative Kraft des Junktims von Forschen und Behandeln schwindet.
Seit einiger Zeit nun scheint insbesondere die Säuglingsforschung bzw. der ihr zugetraute katalytische Impetus zum Paradigma schlechthin dafür avanci