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Das hier anzuzeigende Buch von Pohlen und Bautz-Holzherr besticht den Leser durch die seltene Einheit von intellektueller Brillanz und affektiver Authentizität. Die Teilnahme am Gedankengang des Autorenpaars hat eine enorm vitalisierende Wirkung. Am Ende fühlt man sich, trotz der großen Spannweite der abgehandelten Thematik, geistig erfrischt. Die Autoren wollen in der Nachfolge Nietzsches, Heideggers und Blochs das Originelle der Entdeckung Freuds gegen die verdeckende psychoanalytische Tradition durch Rückgang auf den Text sichtbar machen. Als produktiv erweist sich dabei das Ernstnehmen des von Freud mehrfach zitierten Goethe-Wortes »Das Beste, was du wissen kannst, darfst du den Buben doch nicht sagen« als Schlüssel zum Verständnis und zur Auflösung der Widersprüchlichkeit im Freudschen Werk.
Ihre Freud-Interpretation stellen die Autoren in den Rahmen eines epochalgeschichtlichen Verständnisses der Technik und der technisch sich ausgestaltenden (Natur-)Wissenschaft als Vollendung des Irrwegs der Moderne. Diese Sicht der gegenwärtigen Situation ermutigt die Autoren, Freuds Text ähnlich zu untersuchen, wie Heidegger Hölderlin, Kant und die Vorsokratik auf Ursprünglichkeit des Denkens gegen die Tradition hin befragt hat. Daraus ergibt sich eine komplizierte Struktur ihres Buches: Geistes- und kulturgeschichtliche Passagen und Arbeit am Freudschen Text verstärken wechselweise die Evidenz der herausgearbeiteten Position. Die geistes- und kulturgeschichtlichen Ausführungen handeln von der Ausprägung der Moderne in Gesellschaft, Wissenschaft und psychoanalytischer Bewegung, von Descartes als dem entscheidenden Weichensteller der modernen Wissenschaft und vom griechischen Mythos als dem Ursprung abendländischer Aufklärung. Es handelt sich dabei um kritische, die Verfallsgeschichte der Moderne einschließlich der psychoanalyti-schen Bewegung pointiert aufweisende Untersuchungen. Manche Leser mögen sich an diesen polemischen Äußerungen stoßen, die alle Themen der gegenwärti