You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Im Rahmen von Freuds Gesammelten Werken (G.W.) war den Studien über Hysterie, diesem »Urbuch der Psychoanalyse« (Ilse Grubrich-Simitis), ein eher unglückliches Schicksal beschieden. Der Vorgabe Freuds aus dem Jahre 1925 - dem Todesjahr Breuers -folgend, der im ersten Band seiner Gesammelten Schriften (G.S.) die Studien ohne Breuers Beiträge publiziert und
damit deren integralen Zusammenhang zerrissen hatte, entschlossen sich die Herausgeber der G.W. (Anna Freud, Edward Bibring, Willi Hoffer, Ernst Kris und Otto Isakower) ein gutes Vierteljahrhundert später, Breuers Anteil an dem Buch ein weiteres Mal zu unterschlagen. So finden wir im ersten Band der G.W. lediglich jene Teile der Studien über Hysterie, die von Freud verfaßt sind, nicht aber die Krankengeschichte von »Fräulein Anna O… « und einen ausführlichen theoretischen Beitrag aus der Feder von Breuer. Vielleicht wurde damit dem Willen Freuds Genüge getan, der sich retrospektiv - etwa in der »Geschichte der psychoanalytischen Bewegung« und in seiner Selbstdarstellung - wenig schmeichelhaft über Breuers Leistung geäußert hat. Der historischen Gerechtigkeit aber widerspricht solche Praxis allemal.
Erst die beiden Herausgeberinnen des Nachtragsbandes zu den G.W., Angela Richards und Ilse Grubrich-Simitis, hielten es für geboten, die Anteile Breuers an den Studien in das Korpus der G.W. zu integrieren und damit die verletzte Gerechtigkeit wiederherzustellen. Diese Lösung ist freilich unbefriedigend, weil die expliziten und impliziten Bezüge zwischen den Beiträgen Freuds und Breuers in zwei verschiedenen Bänden - eben G.W. I und Nachtragsband - erst mühsam aufgesucht werden müssen.
So mußte der Besitzer und Benutzer der gesammelten Freud-Werke lange auf jene Ausgabe der Studien über Hysterie zurückgreifen, die der S. Fischer Verlag im Rahmen seiner zahlreichen »Zwischenlösungen«, was die Edition Freuds betrifft, 1970 als Taschenbuch veröffentlicht hat. Diese Ausgabe ist zwar (fast) vollständig - man vermißt ledigli