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Vergessen wir sofort den hintertreppenartigen Titel: Adam Limentani
wird nicht zwischen zwei Frauen hin-und hergerissen und stellt sich auch nicht im Sinne des deutschen Untertitels über beide, sondern der Untertitel bezeichnet den zugleich historischen und biographischen Ort, an dem seine eigene psychoanalytische Arbeit ihre Anspannung bekam: Between Freud and Klein. The Psychoanalytic Quest for Knowledge and Truth. Limentani brachte durch sein politisches und berufliches Schicksal die besten Voraussetzungen mit, zu einem originellen Repräsentanten der Independent Group zu werden, die er lieber unpathetisch Middle Group genannt wissen will: Er mußte als junger Mann aus dem faschistischen Italien nach London emigrieren; dort arbeitete er im Hospital und wurde zunehmend vom Positivismus der Psychiatrie abgestoßen. Er hatte in Italien die faschistische Zerstörung des Bewußtseins fürchten gelernt, nun kam zum »weltanschaulichen« Realitätsverlust der wissenschaftliche hinzu. Die völlig uneitle, prägnante Darstellung seiner reichen klinischen Erfahrung nimmt besonders dadurch für sich ein, daß er nie einen Fall zum bloßen Beispiel für eine These herabsetzt. Ein besonders ausgebildetes Bewußtsein der Gegenübertragung kennzeichnet das theoretische ebenso wie das therapeutische Niveau seiner Arbeit. So korrigiert der Leser ohne Verärgerung die vom deutschen Titel zunächst geweckte Erwartung, er werde es in diesem Buch mit einer theoretischen Aufarbeitung der von den großen Kontroversen der vierziger Jahre zurückgelassenen Probleme zu tun bekommen. Damit soll nicht suggeriert werden, Limentani verzichte auf Theoriebildung, im Gegenteil bestechen besonders auch jene Passagen, in denen er mit subtiler Unauffälligkeit, fast wie nebenbei Folgerungen von erheblicher theoretischer Reichweite seinen klinischen Beobachtungen an die Seite stellt, und gerade in dieser Unaufdringlichkeit entspricht er der Forderung Robert Hinshelwoods, das eingefrorene theoretische Potential jener Ko