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Die Psychohistorie wird — soviel läßt sich bereits jetzt sagen — zu den historiographischen Wachstumsbranchen der kommenden Jahre zählen (vgl. auch Psyche, 48, S. 168 ff.). Vor mittlerweile 25 Jahren hatte Hans-Ulrich Wehler die in der Tat frappierende Übereinstimmung der Arbeitsweise des Historikers mit der psychoanalytischen Technik im Umgang mit dem zu deutenden Material betont, um am Ende für einen psychoanalytischen Zugang aus geschichtswissenschaftlicher Sicht doch nur die seinerzeit eher randständige Biographik übrig zu lassen. Insbesondere die Sozialgeschichte als führende geschichtswissenschaftliche Disziplin hat sich willig unter dieses Verdikt begeben. Erst in jüngerer Zeit macht sich auch bei Sozialhistorikern Unmut darüber bemerkbar, daß diese Studien so »menschenleer« sind, und mittlerweile kann man sogar in einem kriminalitätsgeschichtlichen Sammelband einen Beitrag zum Thema »Ödipus und der Teufel« finden. Von »Menschenleere« kann in dem vorliegenden Sammelband aus der Feder dreier praktizierender Analytikerinnen nicht die Rede sein. Was die Autorinnen bewog, einen geschichtlichen Zugang zu ihrem Thema zu gewinnen,