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Nach Auffassung des Autors handelt es sich bei der neurotischen Angst um ein psychosomatisches Phänomen, das im »Angstanfall« - neuerdings als »Panikattacke« bezeichnet - prototypisch auftritt. Freud habe die Unterscheidung zwischen »Realangst« und »neurotischer Angst« aufgehoben, indem er beide in Beziehung zur Situation der Gefahr setzte. Trotz der in Hemmung, Symptom und Angst vollzogenen Revision der Angsttheorie seien grundlegende Probleme ungelöst geblieben, was nach Meinung des Autors damit zusammenhängt, daß eine einheitliche Theorie der Angst auf einer zweiteiligen Grundlage gesucht wurde. Obwohl die Ätiologie einer rein körperlich begründeten Angstneurose als Aktualneurose, die im Angstanfall kulminiert, aufgegeben worden war, sei die Signalangst im Vermeidungsverhalten der Phobie das Musterbeispiel psychoneurotischer Ängste geblieben. Darauf führt der Autor zurück, daß die von Freud mit ihrem Hauptmerkmal, dem Angstanfall, klinisch vollkommen beschriebene Angstneurose - sie wird durch typische physiologische Rückkoppelungen, also im weiteren Sinne psychogen, aufrechterhalten - in psychoanalytischen Studien vernachlässigt wurde. In behandlungstechnischer Hinsicht führt Thomä im Anschluß an Weiss und Sampson den Begriff des Meisterns ein, was bedeutet, die Wiederholungen und Übertragungen des Patienten als Versuch zu verstehen, mit Hilfe des Analytikers traumatische Situationen zu meistern. Bei adaptiver Anwendung der psychoanalytischen Methode können, so Thomä, alle neurotischen Angststörungen mit gutem Erfolg behandelt werden.