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Wenn wir auf unser sich dem Ende zuneigendes Jahrhundert, welches ja auch als »Jahrhundert Freuds« apostrophiert wurde, zurückblicken und die sich derzeit abzeichnenden Tendenzen betrachten, besteht gewiß kaum Anlaß zu optimistischer Einschätzung. Auf ein von der Aufklärung getragenes und letzten Endes gut ausgehendes »Projekt der Moderne« mögen heute wohl nur noch wenige ungebrochen ihr Vertrauen setzen. Und auch das Bild von der therapeutischen, wissenschaftlichen und die kulturelle Entwicklung fördernden Bedeutung der Psychoanalyse ist so zerrissen, daß sich kaum ein Selbstbewußtsein daran entzünden kann, welches sich auf Gewißheiten bezüglich ihres Beitrags zu einem heute mehr denn je erforderlichen gelingenden Menschheitsentwurf stützt.
In dieser Situation überrascht das Buch des in Zürich und Frankfurt beheimateten schweizer Psychoanalytikers und Sozialwissenschaftlers Robert Heim doch sehr. Es stellt nämlich zum einen den Anspruch, ein überschaubares Bild der wissenschaftlichen Rationalität der Psychoanalyse zu geben - dies kündet der Titel unmißverständlich an; zum anderen -und dies ist seine erst auf den zweiten Blick erkennbare Leistung - will es ein Konzept menschlichen, sozialen Handelns präsentieren, welches, auf der Leitlinie der Theorie kommunikativen Handelns, sowohl die ältere Kritische Theorie als auch die Traditionen der Phänomenologie, der strukturalistischen Sprachwissenschaft sowie der Handlungs- und Interaktionstheorie zu ihrem Recht kommen läßt. Insofern ist Heims Buch in der Hauptsache, aber nicht nur, sozialphilosophisch durchdringendes Erläutern psychoanalytischen Denkens und Handelns. Es weist auch darauf hin, wie solche psychoanalytische Selbstreflexion ihrerseits die handlungstheoretische Diskussion klärend bereichern kann.
Heim legt seinem Unternehmen den Habermasschen Rationalitätsentwurf zugrunde, ohne sich doch vollkommen daran zu binden. In einem vielleicht etwas zu umfangreich dargebotenen ersten Schritt werden die Hauptzüge des kom