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Die auf Freud zurückgehende Ethik der Technik der Psychoanalyse, in der Anonymität, Abstinenz, Neutralität sowie die Deutung im Vordergrund stehen, unterzieht der Autor einer Kritik, indem er die Veränderungen von Freud bis heute aufzeigt und eine neue Ethik der psycho-analytischen Technik vorschlägt. Ausgehend von der Objektbeziehungstheorie betont Treurniet die symmetrische Beziehung zwischen Analytiker und Analysand, die beiden erlaubt, eine »Metaposition« einzunehmen, um das Analysematerial zu reflektieren. Weiter führt der Autor an, daß der Analytiker seiner eigenen Subjektivität, jenseits der Projektionen des Analysanden, gegenüber offen sein sollte, wodurch das Essentielle analytischen Vorgehens, das Gegenübertragungsenactment, möglich werde. Schließlich unterstreicht Treurniet in seiner Reformulierung eine nicht-intrusive, bestätigende Haltung seitens des Analytikers, seine spontane Bereitschaft, dem Analysanden in die Falle zu gehen, seine Fähigkeit, zwischen Agieren und Introspektion zu oszillieren, Gegenübertragung unwillkürlich auszuleben und schließlich das Nicht-Ideale in sein Gewissen zu inkorporieren. Diese technischen Anweisungen sollen nicht nur vom Gewissen und der Gegenübertragung des Analytikers kontrolliert werden, sondern auch - sieht man von Intervision und Beratung mit Kollegen ab - vom Analysanden selbst, dessen Meinung über das Geschehen in der analytischen Situation der Analytiker gegebenenfalls einholen muß.