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1987 führte das Frankfurter SigmundFreud-Institut eine Untersuchung über das Trauma anhand von Interviews mit erfahrenen Psychoanalytikern durch. In der Definition des Traumas schwankten die Befragten zwischen Ereignis und Erlebnis, Übermaß der begleitenden Affekte und bleibendem Defekt in der psychischen Struktur. Das Trauma wurde auch mit der Qualität der Objektbeziehungen in Zusammenhang gebracht. Es wurde regelmäßig als eine Art Fremdkörper, als etwas dem Individuum Implantiertes aufgefaßt. Aus den behandlungstechnischen Überlegungen der befragten Analytiker ging hervor, daß das Trauma zwar zuweilen als eine spezifische Entität betrachtet wurde, die massive Gegenübertragungsgefühle ebenso wie Skotomisie-rungen mobilisieren könne, aber systematische behandlungstechnische Konzepte wurden nicht erwähnt.
Holdereggers Buch ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil macht der Autor den Leser mit den spezifischen Übertragungs-Gegenübertragungs-Konstellationen vertraut, die die Inszenierung des Traumas in der Beziehung des Analysanden zum Analytiker kennzeichnen. Daraus leitet er ein behandlungstechnisches Konzept ab, das er uns anhand eines Falldarstellungsauszuges demonstriert. Im zweiten Teil verschiebt der Autor sein Untersuchungsfeld auf das Gebiet der Literatur