You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Sigmund Freuds und Melanie Kleins theoretische und klinische Konzepte haben im Denken Bions eine eigene, neue Formulierung erfahren. Bei der Begegnung mit der gegenwärtigen Praxis kleinianisch inspirierter Klinik spürt man, daß Melanie Klein in vieler Hinsicht von Bion her gedacht wird. Bions Konzeptualisierungen sind damit so etwas wie der aktuelle »Container« des kleinianischen Gedankengutes.
Nun ist das Verständnis Bions nicht leicht. Das liegt z.T. durchaus in seiner Absicht. Bion scheute sich davor, seine Gedanken und Modelle in der den Analytikern vertrauten Sprache auszudrücken. Er fürchtete eine vorzeitige Absorption in bereits bekannte Klischees und damit einen Verlust des psychoanalytischen Blickpunktes, der stets auf das Neue, noch nicht Entwik-kelte zielt. Die Schriften Bions bieten sich deshalb nicht für eine mühelose Rezeption an. In ihnen steckt die Herausforderung, Vertrautes unter einem neuen Blickpunkt zu sehen. So verläuft der Rezeptionsprozeß nicht selten in einem Auf und Ab krisenhafter Stockungen - man bekommt seine Probleme mit Bion.
Im Zustand frustrierten Nicht-Verstehens kann man eine Orientierungshilfe gut gebrauchen. An genau dieser Stelle vermag nun die 1993 in deutscher Übersetzung erschienene »Einführung in W.R. Bion« einen guten Dienst zu erweisen. Hier finden sowohl einzelne Konzepte Bions als auch der Gesamtrahmen seines Denkens eine ebenso überblickhafte wie ins Detail gehende Darstellung. Versorgt mit dieser Landkarte, kann man wieder ein Stück weitergehen.
Die vorliegende Einführung erschien zunächst 1973 in spanischer Sprache. Eine Gruppe argentinischer Psychoanalytiker hatte sich acht Jahre systematisch dem Studium der Texte Bions gewidmet und z.T. auch persönlich mit Bion diskutieren können. Das Ergebnis ihrer Arbeit, ihrer zwar persönlichen, aber doch nicht subjektiven Rezeption ist das vorliegende Buch. Es wurde später ins Englische übersetzt und nun von H. Ferstl und J. Westphal aus dem Englischen ins Deutsche übertragen. Das