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Wer das Buch von Wittenberger mit der Erwartung liest, die der Haupttitel erweckt, wird zum großen Teil enttäuscht: Das »Geheime Komitee«, laut Wittenberger die Realisierung einer »Kleingruppenphantasie, die den weltweiten Organisationsprozeß (der Psychoanalyse - B. N.) ausgleichen und den damit zusammenhängenden Entfremdungserscheinungen entgegenwirken sollte« und die durch die Fakten eher widerlegt denn bestätigt wurde, wird detaillierter erst im letzten Drittel des Buches dargestellt. Der Autor, künftiger Herausgeber der Rundbriefe, die die Mitglieder dieses 1912 initiierten Zirkels etwa ab 1920 austauschten, bringt in diesem Teil seines Buches eine Auswahl jenes Materials, dessen vollständigen Abdruck er sich für ein künftiges Projekt vorbehält. Bestenfalls handelt es sich bei diesem Abschnitt also um eine Art Torso, der den Nachteil hat, daß die Texte nicht sachlich dokumentiert, vielmehr vom Autor mit der Intention ausgewählt wurden, die Psychodynamik der Komiteemitglieder zu erhellen. Zunächst werden die »homoerotischen Beziehungen« der Herrenrunde anhand der Ringe angedeutet, die Freud seinen Vertrauten als Zeichen der Verbundenheit überließ. Dann werden die »ungeklärten Beziehungen« der Ringträger gegenüber Freud bemüht, um zu erklären, »mit welcher Mühe die Aggressionen unterdrückt werden mußten«. Dennoch gibt der dritte Teil des Buches einen gewissen Einblick in die Geschichte jenes Stückes der psychoanalytischen Bewegung, das mit dem Konflikt zwischen Freud und Jung begonnen hatte. Das »Geheime Komitee« sollte die institutionelle Macht des amtierenden, auf Lebenszeit inthronisierten IPV-Präsidenten Jung aushebeln. Das Verhältnis zwischen dem Ur-Vater und seinen Nachfolgern - zunächst Jung, dann die Brüderhorde des »Komitees« - spiegelt das Drama begabter Kinder wider, die ihre Liebe zum Vater bisweilen nicht nur durch Dankbarkeit und Anhänglichkeit, sondern auch durch den Wunsch, den Vater zu korrigieren, unter Beweis gestellt hatten. Ausgerechnet die Au