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Um eine Antwort auf die Frage zu finden, was Affekte sind, untersucht der Autor Freuds metapsychologische Formulierungen im Licht der neueren Entwicklung von Psychoanalyse und Neurowissenschaft. Er zeigt, daß die Frage nach den Affekten, vielleicht mehr als alle anderen, uns dazu zwingt, die innere Verbindung von Seelischem und Somatischem anzuerkennen und diesen Sachverhalt mit den theoretischen Entwürfen der Psychoanalyse in Übereinstimmung zu bringen. Dies führt Solms zu dem Schluß, daß der Affekt eine primäre Sinnesmodalität ist, ähnlich dem Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und dem Erleben von Körpersensationen. Diese Modalitäten sind die Grundkonstituenten der phänomenalen Bewußtseins-»Hülle«, »von der wir uns nun einmal nicht freimachen können« (Freud). Während Sinnesmodalitäten wie Sehen, Hören etc. Aspekte der (»an sich« unerkennbaren) äußeren, objektiven Welt repräsentieren, ist der Affekt jene primäre Sinnesmodalität, in der wir die innere, subjektive Welt wahrnehmen, die im Prinzip »unbewußt« ist.