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Die von Katharina Rutschky (Publizistin) und Reinhard Wolff (Professor an der Alice-Salomon-FH Berlin) herausgegebene Monographie ist kein Handbuch im wissenschaftlichen Sinne — eher eine Streitschrift mit qualitativ unterschiedlichen theoretischen sowie empirischen Beiträgen.
Das wesentliche Anliegen des Buches spiegelt sich in dem Kapitel »Hexenjagd in Deutschland — Anmerkungen zum Fall »Montessori«« von T. Duve, in dem es um die Vorverurteilung eines ehemaligen Erziehers wegen sexuellen Mißbrauchs durch eine Massenbewegung von sich auf Mutmaßungen stützenden Eltern geht (S. 233-241). Der von den Medien hochgespielte »Fall« von ubiquitärem sexuellen Mißbrauch ohne jeden durch Ermittlungsarbeit gesicherten Beweis wurde maßgeblich inszeniert durch Mitarbeiterinnen einer örtlichen Beratungsstelle (»Zartbitter«), die sich als Experten für die Problematik des sexuellen Mißbrauchs gerierten, ohne selbst Ärzte oder Psychologen zu sein. Mit Blick auf den vermeintlichen Täter und auch die potentiell stigmatisierten vermeintlichen Opfer schreibt M. Schetsche: »Mein Mitgefühl gilt deshalb… den selbstdeklarierten ebenso wie den fremddeklarierten Opfern sexuellen Kindesmißbrauchs« (S. 45).
Der »unschuldige Täter«, der keinen fairen Prozeß zu erwarten hat, rückt damit für die Autoren genauso ins