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Das Freud-Bashing ist in den Vereinigten Staaten Mode oder eine Art Zeitvertreib geworden, die inzwischen auch auf Deutschland überzugreifen beginnt. Lear liefert erklärende Hinweise darauf, wie es zu diesem Trend kommen konnte, um sodann zu zeigen, daß die Protagonisten des Freud-Bashing - von Jeffrey Masson bis Frederick Crews - Freud und der Psychoanalyse Vorwürfe anhängen, die entweder sachlich unzutreffend oder aber in sich widersprüchlich sind: Man kann Freud nicht anklagen, er habe die Verführungstheorie aufgegeben (Masson), und ihm zugleich vorhalten, seine Verführungstheorie sei die Wurzel allen Übels (Crews). In einem weiteren Schritt legt der Autor dar, daß die Freudsche Psychoanalyse solange brauchbar und nützlich ist, wie die Individuen mehr Bedeutungen erzeugen als ihnen bewußt ist. Nur wer meint, der Mensch sei sich selbst in seinem Tun und Fühlen vollkommen durchsichtig, kann auf das interpretatorische Angebot der Psychoanalyse verzichten.