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Im Gegensatz zur in Psychiatrie und Psychoanalyse vorherrschenden Beliebigkeit in der Verwendung der Diagnose Sucht unternimmt der Autor den Versuch, einen Suchtmechanismus und einen der Sucht inhärenten Konflikt herauszuarbeiten. Nach einer Zusammenfassung und Herausarbeitung der gemeinsamen Grundstruktur gängiger psychoanalytischer Theorien zur Sucht, die über kein Abgrenzungskriterium zu anderen narzißtischen Neurosen verfügen, führt Voigtel den Modus der Überlassung an ein unbelebtes Objekt ein, mit dem das narzißtische Defizit bewältigt werden soll. Der Süchtige überläßt sich passiv dem unbelebten Objekt (dem Suchtmittel), das Ohnmachts- und Verlassenheitsgefühle besänftigen und Zustände von Glück und Wohlbehagen herstellen soll. Der süchtige Konflikt besteht darin, daß durch die Verschiebung auf ein unbelebtes Objekt - Repräsentanz der als frustrierend erlebten frühen Mutter - ein Abhängigkeitswunsch agiert und gleichzeitig abgewehrt werden kann.