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Im vorliegenden Doppelheft der Psyche sind Aufsätze zusammengeführt, die innerhalb der Psychoanalyse dem Bereich der Anwendungen auf andere Fachgebiete zugerechnet werden. Von Anwendung sprach Freud im Zusammenhang der Überprüfung neu hinzugewonnener psychoanalytischer Erkenntnisse durch ihre Übertragung auf die Praxis der Heilbehandlung, ihrer Entfaltung für »normale« seelische Vorgänge und schließlich der psychoanalytischen Erschließung von Wissensgebieten wie den in diesem Heft vertretenen von Politik, Religion, Familie und Geld. Zur Begründung dieser sich vom ärztlichen Auftrag weg bewegen-den Auffassung führte er in der Neuen Folge der Vorlesungen von 1932 an, daß »nichts, was Menschen schaffen oder treiben, ohne Mithilfe der Psychologie verständlich ist«. Diese Begründung ist ebenso einleuchtend, wie sie im Verhältnis zum Gegenstand psychoanalytischer Anwendung, der hier gemeint ist, zu kurz greift, was Freud sehr wohl sah. Denn die Anwendung auch auf geisteswissenschaftliche Gebiete setze, so schrieb er ebenfalls, »fachliche Kenntnisse voraus, die der Analytiker nicht besitzt, während diejenigen, die sie besitzen, die Fachleute, von Analyse nichts wissen und vielleicht nichts wissen wollen«. Diese Bemerkung weist auf die schwierige Situation hin, in der sich sieht, wer sich psychoanalytisch äußert, aber nicht Heilung suchende einzelne vor sich hat, sondern Symbole, Kulturtexte, Kollektive und mitunter ganze Kulturen oder Gesellschaften. Er muß es mit dem Widerstand der Fachleute anderer Wissensgebiete aufnehmen und möglicherweise den Vorwurf des Wilderns in fremden Revieren in Kauf nehmen, um an seiner Überzeugung festzuhalten, daß seine genuin psychoanalytischen Einsichten dem Verständnis wie der Erklärung kultureller und gesellschaftlicher Phänomene förderlich sind. Wenn also die Anforderungen auch hoch sind, so dürften doch ohne sie wissenschaftliche Fortschritte auf dem Gebiet der psychoanalytischen Kulturanalyse immer weniger zu erzielen sein.
Die Beiträg