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Der Auffassung Benjamins zufolge wurzelt das gegenwärtige Unbehagen in der Kultur nicht in der Verdrängung und der kulturellen Desintegration der Triebe, sondern in einem unversöhnten Verhältnis der Geschlechter, welches Reziprozität und wechselseitige Fürsorge, die auf intersubjektive Anerkennung zielen, ausschließt. Obwohl Busch konzediert, daß Benjamins Kritik der klassischen psychoanalytischen Sozialpsychologie von Freud über Horkheimer/Adorno, Marcuse und Mitscherlich bis zu Lorenzer einen blinden Fleck erfaßt — nämlich die soziali-sationstheoretische Ausblendung der Mutter-Tochter-Beziehung zugunsten der Genealogie von Vater und Sohn —, erinnert er die Autorin daran, daß das Triebkonzept, der intrasubjektive Ansatz der Psychoanalyse sowie das Theorem von der vaterlosen Gesellschaft nicht eo ipso Verzerrungen patriarchalen Denkens darstellen, vielmehr immer noch eine brauchbare Voraussetzung dafür bilden, den Gründen für das Unbehagen in der Kultur auf die Spur zu kommen.