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Zwischen Einträgen wie »Schlechte Herztage«, »Anna u Dorothy nach Paris«, »Tabakabstinenz« und »Minna noch immer krank« finden sich in Freuds Kürzester Chronik, die sein
letztes Lebensjahrzehnt stenogramm-artig festhält, immer wiederkehrend diese: »Agypt. Halbbüste«, »Montirte Thonfiguren gekommen«, »Kwannon und Tangfigur gekauft«, »Grosses Pferd gekauft« und »Jadeschüssel und Kameel«. Michael Molnar hat Freuds lakonische schriftliche Fixierungen seiner Altersleiden und -freuden akri-bisch annotiert und durch reiches Bildmaterial veranschaulicht (Tage -buch 1929-1939. Kürzeste Chronik, Basel/Frankfurt a.M., ; vgl. auch Psyche, 49/1995, S. 672ff.).
Eine der ganz großen Vergnügen, wenn nicht Leidenschaften Freuds war die stetige Ergänzung seiner archäologischen Sammlung, für die er nicht unbeträchtliche finanzielle Mittel aufbrachte. Schon der noch relativ junge Nervenarzt, in mancherlei pekuniären Bedrängnissen (weshalb er bei seinem Kollegen Breuer Schulden machte), konnte dem Drang des Sammelns kostspieliger Antiken schwer wider-stehen: »Es war eine Quelle außeror-dentlicher Erquickung für mich«, teilte er Fließ Ende 1896 mit, »ich gedenke reich zu werden …« Als er später tatsächlich reich oder doch zumindest wohlhabend war, stand Freud nicht an, seiner Sammelleidenschaft exzessiv zu frönen. Es gibt sogar konkrete Hinweise — im ersten Band des Briefwechsels mit Ferenczi — darauf, daß er auch nicht vor ungesetzlichen Aktionen zurückscheute, um sich in den Besitz be-gehrter Gegenstände zu bringen. Freuds »Vorliebe für das Prähistori-sche«, die gewöhnlich mit seiner Vorliebe für die Archäologie des Unbewußten zusammengebracht wird, war dem Zeugnis seines Vertrauensarztes Max Schur zufolge in Wahrheit »eine Sucht, die an Stärke nur von seiner Nikotinsucht übertroffen« wurde.
Ob Sucht oder nicht: Es ist eine bemerkenswerte (Fehl-)Leistung, daß in dem Buch eines Ethnologen und Psy-choanalytikers, das dem Typus des Sammlers aus psychologischer Perspektive gewidmet ist, de