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Freud hat sich zeitlebens als empirisch forschender Naturwissenschaftler begriffen, der - gestützt auf die Beobachtung der Reihenfolge »freier Einfälle« im Kontext eines eigens zu diesem Zweck von ihm »erfundenen« Settings - allgemeine Aussagen über das psychische Geschehen machen wollte. Das mit Hilfe der psychoanalytischen Methode gewonnene »Material« sollte dabei keineswegs nur als Teil eines sinnvollen Zusammenhangs rekonstruiert und im Kontext von Sprachgestalten verstanden werden; vielmehr erklärte Freud das Auftauchen oder Verschwinden dieses »Materials« auch - und zwar mit Hilfe von Gesetzmäßigkeiten, die er an das Material herantrug, also nicht unter der Bedingung des Settings gefunden, vielmehr aus zeitgenössischen (natur-)wissenschaftlichen Diskursen übernommen hatte.
Freuds Versuche, seine Beobachtungsdaten auf den Begriff und in die Konzepte zu bringen, die die Regelhaftig-keit der psychischen Erscheinungen erklären sollen, wurden erstmals 1895 im Entwurf einer (Meta-)Psychologie beschrieben. Im Februar 1896 richtete er dann an Fließ die Frage, »ob ich für meine hinter das Bewußtsein führende Psychologie den Namen Metapsychologie gebrauchen darf«? Gemeint war damit ein Bereich, in dem die von Bewußtsein, Vernunft und Sprache unabhängigen Naturgesetze gültig sind, die nach Auffassung Freuds sowohl der Erlebnis-Welt wie dem Kontinuum der Handlungen zugrunde liegen, aus dem sich der individuelle Lebenslauf zusammensetzt, also jener persönlichen, subjektiven Welt vorgelagert sind, die der Mensch als seine ureigene begreift und in der er, wie er glaubt, nach freiem Einfall und Gutdünken walten und gestalten kann.
Eine metapsychologische Gesamtdarstellung der Entwicklungs-, Organisations- und Funktionsweisen des »psychischen Apparats« und seiner Regulationsmechanismen (»Primärvorgang«/ »Sekundärvorgang«; »Lustprinzip«/ »Realitätsprinzip« etc.), die die Mannigfaltigkeit des psychischen Geschehens im - naturgesetzlich wie kulturgeschichtlich determinierten - indi