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Arnold Zweig hat schon zu Freuds Lebzeiten mit dem Gedanken gespielt, dessen Biographie zu schreiben, doch bekam er von Freud eine deutliche Absage: »Nein, ich liebe Sie viel zu sehr, um solches zu gestatten. Wer Biograph wird, verpflichtet sich zur Lüge, zur Verheimlichung, Heuchelei Schönfärberei und selbst zur Verhelung seines Unverständnisses, denn die biographische Wahrheit ist nicht zu haben, und wenn man sie hätte, wäre sie nicht zu brauchen. Die Wahrheit ist nicht gangbar, die Menschen verdienen sie nicht«. Eine denkwürdige Briefstelle -und vielleicht mit ein Grund, warum »Meister Arnold«, wie Freud ihn nannte, seinen »Bericht« über seine »Freundschaft mit Freud« nicht zur Veröffentlichung hat bringen können. Innerhalb der Berliner Ausgabe von Arnold Zweigs Werken im Aufbau-Verlag ist er jetzt erstmals im Druck zugänglich gemacht worden, mit einem Essay zu Entstehung und Textgeschichte und wertvollen Anmerkungen hervorragend begleitet von Julia Bernhard.
Nach Freuds Tod hatte Zweig offenbar erwartet, daß Max Eitingon Freuds Biograph werde, doch starb dieser schon 1943. Anna Freud trat 1944 mit der Frage an Zweig heran, ob er ein solches Buch schreiben könne. Sie wisse nur zwei Menschen, von denen sie es möchte, von Arnold Zweig oder Prinzessin Marie Bonaparte (die von Lacan wegen ihrer französischen Freud-Übersetzungen viel gescholten wurde und die sich um die Rettung der Fliess-Briefe verdient gemacht hat). Obwohl Zweig sofort begann, die