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Sehr verehrte Leserinnen und Leser der Psyche,
mit dem Dezember-Heft 1996, das Sie jetzt in Händen halten, endet der 50. Jahrgang unserer Zeitschrift. Dies ist ein runder Geburtstag, der zum Innehalten und Nachdenken herausfordert. Das sich nun über fünf Jahrzehnte erstreckende wechselvolle Zusammenspiel von Lesern, Autoren, Herausgebern und Redaktionen der Psyche mit ihren vielfältigen Wünschen, Hoffnungen, Zielvorstellungen und Bemühungen läßt ein farbiges Bild von der Entwicklung der Psychoanalyse nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem im deutschsprachigen Raum entstehen.
Das erste Heft der Psyche, das im Juli 1947 erschien, enthält folgende Zielsetzung der damaligen Herausgeber Hans Kunz, Alexander Mitscherlich und Felix Schottlaender: »Mit der Zeitschrift Psyche unternehmen die Herausgeber einen doppelten Versuch der Verständigung. Sie möchten, daß in ihr die bereichernde Begegnung der tiefenpsychologischen Schulen fortgesetzt wird. Sie möchten aber darüber hinaus, daß die Bilder vom Menschen, wie sie weit auseinanderliegend die Fachdisziplinen bewahren und entwickeln, einander konfrontiert werden.« Diese breit angelegte und sehr allgemeine Zielsetzung wird konkretisiert durch den Hinweis auf die »ungeahnt befruchtende Wirkung« von Freuds Begriff des Unbewußten für die »Krankheitsauffassung«, die Pädagogik, Kriminalistik, die Soziologie sowie für »geistige Bewegungen« wie den »französischen Existentialismus« und den »Surrealismus in Literatur und bildender Kunst«. Was den klinischen Aspekt der Psychoanalyse betrifft, »wird auch das psychotherapeutische Thema in dieser Zeitschrift zum Leitmotiv erhoben«. Die Aufgabe der Psyche erscheint den Herausgebern dann erfüllt, wenn den Ärzten »die anthropologische Grundlage (auch innerhalb anderer Forschungsbereiche) fühlbar und verständlich« gemacht und den »Psychologen, Juristen, Theologen, Pädagogen, Soziologen ein vertieftes Wissen von der Bedeutung leibseelischer Zusammenhänge zum besseren Verständnis ihrer eigenen Arbei