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Im Rahmen der Taschenbuch-Edition des Freudschen Werkes, die als ganze gesehen den Gebrauch der Gesammelten Werke zunehmend überflüssig macht, sind nun auch jene Schriften erschienen, die in der Freud-Literatur seit eh und je für Aufsehen, Irritation und Widerspruch gesorgt haben. In einem Brief an seinen ersten Biographen Fritz Wittels hat Freud selber seine »Arbeit über Koka« - wahrscheinlich ist die erste von 1884 gemeint - als »Allotrion« bezeichnet, »mit dem ich bald abschließen wollte«. Drei Jahre vor seinem Tod verwarf er Rudolf Brun gegenüber die späteren Kokain-Studien von 1885 und 1887 als seine »Jugendsünden«. Für die Freud-Biographik und die Psychoanalyse-Historiographie sind die Kokain-Arbeiten bis heute ein Stein des Anstoßes geblieben, über den viel gerätselt, spekuliert und auch polemisiert worden ist.
Man kann den Gewinn gar nicht hoch genug veranschlagen, der darin liegt, daß nach mehr als hundert Jahren der erste komplette Nachdruck von Freuds umstrittenen Frühschriften über das Kokain veranstaltet worden ist. Ohnehin galten die sog. voranalytischen Werke, einem Verdikt des Begründers der Psychoanalyse folgend, lange als quantité négligeable und wurden konsequent aus dem Corpus des Freudschen Æuvres verbannt. Man muß den Editoren der »Werke im Taschenbuch« dankbar sein, daß sie jenes Verdikt ignoriert und neben Zur Auffassung der Aphasien nunmehr auch die verpönten Kokain-Texte einer großen Leserschaft zugänglich gemacht haben.
Es handelt sich dabei um insgesamt fünf bzw. sechs größere und kleinere Arbeiten: »Über Coca« mit Nachträgen bei der Zweitpublikation ein Jahr später; »Beitrag zur Kenntnis der Cocawirkung« ; »Über die Allgemeinwirkung des Cocains« ; »Gutachten über das Parke Cocain« ; und »Bemerkungen über Cocainsucht und Cocainfurcht« . Der letzte, im Anhang wiedergegebene Text »Cocaine« stammt, wie der Herausgeber plausibel darlegt, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht von Freud, obwohl er ihm in der Literatur, etwa von Grinstein, zugeschr