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In den letzten Jahren wurde immer wieder der Ruf nach wissenschaftlich dokumentierten Fallberichten in der Psychoanalyse laut. Die Schwierigkeiten und die vielfache Polemik, die sich daraus ergaben, welcher Begriff von Wissenschaft nun gelten solle und ob und wenn ja welche Schlußfolgerungen aus Einzelfallstudien gezogen werden können, haben nicht nur entmutigend, sondern auch, wie das vorliegende Buch zeigt, stimulierende Wirkung gehabt. Rolf Klüwer präsentiert uns den Verlauf einer analytischen Fokaltherapie anhand der von der Therapeutin aufgeschriebenen Stundenprotokolle. Er berichtet über die Diskussionen in der »Fokalkonferenz«, in der der Bericht der Therapeutin diskutiert und analysiert wird; und er kommentiert den Verlauf der Therapie, die Gestaltung der Thematik und die Entwicklung der Übertragung und Gegenübertragung rückblickend, wie ein Beobachter von außen.
Der in diesem Vorgehen enthaltene Perspektivenwechsel bringt ein außerordentlich komplexes Bild der psychoanalytischen Arbeitsweise hervor: Reflexionen über die von der Patientin eingebrachten Themen und deren Inszenierung in Übertragung und Gegenübertragung lassen nach und nach ein sich in ununterbrochener Variation befindendes Verständnis für die Problematik der Patientin und dem sich daraus entwickelnden therapeutischen Prozeß wachsen. Es läßt sich ahnen -und Klüwer weist in der Einleitung warnend darauf hin -, daß dieses Buch nicht leicht zu lesen ist, jedenfalls nicht, wenn der Leser mitdenken und mitarbeiten oder sogar noch neue, bisher nicht erwähnte Gesichtspunkte der Interpretation entdecken will. Diese Darstellung von psychoanalytischer Arbeit und ihre Kommentierung gibt ein ausgesprochen wirklichkeitsgetreues Bild von Psychoanalyse wieder mit der Aufforderung an den Leser, die psychoanalytische Arbeit