You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In der Psychotherapieforschung kam es im Laufe der achtziger Jahre zu einer als Paradigmawechsel deklarierten, aber wohl besser nur als Umakzentuierung zu bezeichnenden Entwicklung, nämlich weg von der sog. Out-Come-Forschung hin zur Prozeßforschung. Denn viele nationale wie internationale Forschergruppen waren zu dem Ergebnis gelangt, daß der Methodenwettstreit der Therapieschulen mit Gruppenstatistik und Kontroll-Gruppendesigns zu einer methodischen und auch von den Ergebnissen her gesehenen Sackgasse geführt hatte. Dabei wurde zwar der Blick auf den psychotherapeutischen Prozeß und auf Einzelfallstudien geschärft, viele Untersuchungsmethoden entwickelt und entsprechender Forschungsaufwand getrieben, aber die am positivistischen Forschungsparadigma orientierte Methodologie wurde dabei selten hinterfragt oder gar verändert. Der herrschende Forschungsansatz wurde nur auf einen anderen Bereich, die Mikroebene des Prozesses, verschoben. Herolds Buch ist zum einen vor diesem Hintergrund und zum anderen im Rahmen der inhaltlichen Diskussion von Gill und Hoffmann um die für den psychoanalytischen Prozeß zentralen Begriffe Übertragung und Widerstand zu sehen. Gill und Hoffmann lieferten sowohl einen Beitrag zur Erweiterung der Begrifflichkeit von einer eher EinPersonen-Psychologie hin zu einer sozial-konstruktivistischen Definition für eine Beziehungspsychologie als auch einen Beitrag zur Prozeßforschung.