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Die Erstellung forensischer Gutachten ist ein außerordentlich heikles Problem; in spektakulären Fällen waren hier auch Psychoanalytiker mit ihrer besonderen Kompetenz gefragt. Über solche Fälle hinaus verlangt das Thema wissenschaftliches Interesse, denn pro Jahr werden, so Schätzungen, etwa 50 000 psychiatrische Gutachten vor Gericht erstellt. Viele Schwierigkeiten sind zu bewältigen, und es gibt wenig Hilfe in Gestalt detaillierter Analysen. Der Gegenstand scheint allein in der Kompetenz des hier angefragten Faches zu liegen.
Um so interessanter ist deshalb die Lektüre des Buches von Wolff. Der Autor ist Soziologe und besonders einer Richtung verpflichtet, die in der Bundesrepublik nur wenige Vertreter hat. Sein Zugang entstammt der Ethnomethodologie und insbesondere der aus dieser hervorgegangenen Methode und Methodologie der Konversationsanalyse.
Die Analyse des Systems menschlicher Dialoge hat eine Fülle bemerkenswerter Einsichten erbracht. Ihre Bedeutung wird allmählich auch für das Studium psychotherapeutischer Interaktionen erkannt. So gibt es, um ein relevantes Beispiel zu nennen, eine sog. »Präferenzorganisation«, nach der Teilnehmer an Gesprächen es sehr viel leichter haben, Zustimmung (durch »hm, hm«) zu signalisieren. Ablehnung einer Meinung, eines Vorschlags und schließlich einer Deutung erfordert einen beträchtlichen kommunikativen Mehraufwand. Es genügt meist nicht, »nein« zu sagen; Begründungszwängen muß gefolgt, Nicht-Zustimmungen müssen ausgeführt werden.
Die Konversationsanalyse ist, insbesondere in der amerikanischen Literatur, eine entwickelte Methodologie zur qualitativen Untersuchung menschlicher Interaktionen. Hier erfolgt, wohl in diesem Umfang erstmalig, ihre Anwendung auf Texte amtlicher Art, nachdem der Autor bereits einige Vorstudien in Form von Aufsätzen publiziert hat. Die Erstellung eines Gutachtens und dessen Aktualisierung in Form des mündlichen Vortrags vor Gericht wird als eine soziale Tatsache angesehen, die grundsätzlich wohlgeord