You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Begriff der Übertragung hat seit seiner Entdeckung durch Freud verschiedene Definitionen erfahren. Ausgehend von der Freudschen Auffassung der Übertragung als einer Wiederholung infantiler Erlebnis- und Handlungsweisen und damit verzerrter, pathologischer Realitätswahrnehmung, über die Entdeckung der Gegenübertragung bis hin zur Annahme zeitgenössischer Psychoanalytiker, die ein — den objektiven Realitätsbegriff infrage stellendes — soziales Konzept der Übertragung als eines ubiquitären Interaktionsgeschehens in den Vordergrund stellen, zeigt der Autor die Entwicklungsphasen des Übertragungskonzepts auf. Fetscher weist nach, daß die Vertreter der interaktionellen Betrachtungsweise trotz ihrer Kritik auf den Begriff einer objektiven Realität als eines regulativen Prinzips nicht verzichten können und der klassische Übertragungsbegriff als Kernkonzept seine zentrale Bedeutung behält.