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In einer subtilen Fallschilderung der Behandlung einer jungen Frau, die in ihrer Kindheit von beiden Eltern sexuell mißbraucht worden war und unter dissoziierten Zuständen litt, beschreibt der Autor die Hauptproblematik solchermaßen schwer traumatisierter Patienten. Seiner Hypothese zufolge kann sich aufgrund der frühen und langjährigen Traumatisierung die Grenze zwischen Phantasie und Handlung nicht etablieren, so daß Phantasien als Tat erlebt werden. Die Dissoziationen und Spaltungen stellen den Versuch dar, die guten Selbst- und Objektimagines zu schützen und nicht den zerstörenden bösen Anteilen zu überlassen. Mit dieser — wenn auch pathologischen — kreativen Ich-Leistung erfährt der unerträgliche Konflikt eine Milderung. Thiel zeigt, daß durch die konsequente Einhaltung des analytischen Settings die Grenzverwischung allmählich überwunden werden kann.