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Im Licht der Erkenntnisse von Melanie Klein und Wilfred R. Bion über psychotische Massenbildung suchen die Autoren eine Antwort auf die Frage, mit welchen rhetorischen Mitteln es dem Nationalsozialismus gelang, bei den Adressaten ihrer Politik die Suspendierung der Urteilskraft zu erreichen. Vor allem am Beispiel der berüchtigten Sportpalastrede von Goebbels nach der Niederlage von Stalingrad demonstrieren sie, daß und wie die NS-Propaganda an zentrale Elemente der Religion anknüpft, nicht zuletzt in der Beschwörung eines Ursprungsmythos, indem sie kindliche Allmachtsgefühle projektiv vergegenwärtigt. Anders freilich als die Religion, die auf Balance und Stabilisierung des Ich zielt, zielt der nationalsozialistische Mythos auf rauschhafte Regression, in welcher die Urteilskraft kollektiv untergeht.