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»Die Entdeckung der Langsamkeit« (Sten Nadolny) als menschenfreundliches Prinzip erwiese sich vielleicht auch für den oft hektischen, vorwiegend auf viele und schnelle Publikationen bedachten Wissenschaftsbetrieb als sinnvoll. Forschung, die zu grundlegend Neuem führt, akzeptierte Theorien und Denkvorstellungen durchbricht und innovative (empirische) Prozesse initiiert, braucht Zeit, wie dies viele Beispiele aus der Wissenschaftsgeschichte belegen. Das Buch von Ulrich Moser und Ilka von Zeppelin scheint mir ein gutes Beispiel dafür zu sein: In seine grundlegend neue Theorie der Entstehung und der Veränderung von Träumen sind über 30 Jahre Jahre wissenschaftlicher Forschungs- und Denkarbeit eingegangen.
Seit den sechziger Jahren widmen sich die beiden Autoren der theoretischen Weiterentwicklung zentraler psychoanalytischer Konzepte, wobei sie stets darum bemüht sind, die Psychoanalyse mit Erkenntnissen anderer wissenschaftlicher Disziplinen in Beziehung zu setzen. Daher pflegten sie, wohl weltweit als erste Psychoanalytiker, den interdisziplinären Dialog mit der Cognitive Science,1 die sich vor etwa 30 Jahren als eine Wissenschaft konstituierte, an der kognitive Psychologie, Artificial Intelligence (AI), Linguistik, Philosophie und die Neurowissenschaften beteiligt sind. In jahrelanger, intensiver Zusammenarbeit mit Cognitive Scientists, vor allem mit Werner Schneider und Rolf Pfeifer, entwickelten Moser und v. Zeppelin u. a. Modelle der psychoanalytischen Abwehrlehre (1969), der Schlaftraumprozesse (1976) und der psychoanalytischen Affekttheorie (). Sie publizierten 1991 diese Forschungsarbeiten, zusammen mit neuen Beiträgen, in englischer Sprache unter dem Titel Cognitive-Affective Processes: New ways of Psychoanalytic Modeling.
So enthält der knapp zweihundert Seiten umfassende Band Der geträumte Traum ein fast enzyklopädisches Wissen nicht nur zur psychoanalytischen Traum-, Affekt- und Neurosentheorie, sondern auch zur empirischen Traum-, Kognitions- und Emotionsfo