You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Anders als die Freudsche Psychoanalyse, die Aggression als Trieb auffaßt, entwirft die Kohutsche Selbstpsychologie das Konzept normaler, gesunder Aggression als Selbstbehauptung einerseits und mörderisch-zerstörerischer Aggression — der narzißtischen Wut — andererseits. Narzißtische Wut ist der durch destruktive Rachsucht gekennzeichnete Ausdruck eines geschwächten fragmentierten Selbst und der gleichzeitige Versuch, die verlorene Selbstkohäsion wiederherzustellen. Ornstein und Ornstein stellen die selbstpsychologische Sichtweise eines primären Bedürfnisses des Individuums nach Verbundenheit in den Vordergrund und zeigen, daß in der psychoanalytischen Behandlung nicht das Aufdecken verborgener Affekte und Motive von zentraler Bedeutung ist, sondern die Analyse der Verletzlichkeiten des Selbst, die der Entstehung von Wut zugrundeliegen. Zwei kurze Fallvignetten demonstrieren den Symptomcharakter narzißtischer Wut wie auch die klinischen Fähigkeiten der Autoren.